"Klappe" - die zweite:
Unsystematisch/unwissenschafliche Anmerkungen zum Nurflügel: Flugphasen und gesteuerte Winglets

Unterschiedliche Flugphasen des NF (etwa: Schnellflug, bestes Gleiten, bestes Sinken) unterscheiden sich durch die jeweils notwendigen einzustellenden Anstellwinkel des Gesamtflügels. Der geneigte NF – Pilot verwendet hierzu sein Höhenruder und/oder eine momentenhaltige Wölbklappe.

Spätestens die Messflüge mit unserem „C – Wing“, an dem die Winglets gradweise mit „Vor – „ oder „Nachspur“ befestigt werden konnten, bewiesen, was wir immer schon wussten: für jede Flugphase gibt es einen widerstandsoptimierten Arbeitspunkt des Winglet. Nichts liegt näher, als über eine Pendel – oder Klappensteuerung der Winglets die Herbeiführung der jeweiligen Flugphasen zu unterstützen und zugleich die Auslegung des Gesamtflügels flugphasenspezifisch zu optimieren.

Apropos: Versucht gar nicht erst zusätzlich eine Richtungssteuerung (Hochachse) zu realisieren. Spätestens ab 25° Pfeilwinkel geht gar nichts mehr!

Erste Versuche mit unserem CO 9 in der Saison 2007/8 verliefen eher unbefriedigend: Die großzügig ausgelegten Bogenwinglets erlaubten es erst ungefähr ab 2/5- Spannweite der WL´s eine Klappe anzubringen. Der für eine effiziente Flugphasenanpassung so wichtige Wingletfuß musste unangesteuert bleiben.

Nach Abschluß unserer Randscheibenerprobungen, mit deren Hilfe ungeahnte Windenausklinkhöhen erzielbar sind, griffen wir 2010 mit der Konstruktion des CO 5 – Buzzard die Idee der anpassbaren Winglets wieder auf. Zum Einsatz kommt der Tropfen des HM 45, dessen Eintrittspunkt – frei nach Martin Hepperle – hinter den dicksten Punkt des Außenflügelprofils gelegt wird. Die Winglets werden mit veritablen Klappen versehen (Tiefe: 40%) und mit einem robbe pico FS 40 (9mm/9gr.) angelenkt (Schieberegler).
Die Wirkungsweise lässt sich einfach erläutern: Stellt Euch die WL´s in Flügelebene abgeklappt vor. Ein Ausschlag „nach oben“ (aufgestellt: „nach innen“) ergibt einen Höhen – Impuls und passt das WL an die Flugphase „Langsamflug/Hochauftrieb“ an. Umgekehrt gilt dasselbe.
Vielfältige Zu – und Aufmischfunktionen sind natürlich denkbar, von uns aber noch nicht erprobt worden.

In der Zwischenzeit hat Klaus Jakob eine kongeniale Pendel – WL – Lösung entwickelt, die kulissenartig in den Außenflügel integriert werden kann. Wir werden darauf zurückkommen, sobald unsere „Buzzard“ – Formen fertig gestellt sind.
Die Ergebnisse der Erprobungen, zuletzt im Juli 2011 an der WaKu, zeigen, dass sich mit einer klappengesteuerten Anpassung des WL an Flugphasen Steigzahlen erhöhen lassen, Fahrtaufnahmevermögen – und Dynamik des Pfeils verbessert werden können, oder, zusammengefasst, die Potentiale gegebener Konstruktionen besser ausgeschöpft werden können.

Die Tage des Starr – WL sind gezählt zumindest wenn man an wirklich guten allround – Eigenschaften interessiert ist.
- Unv.-

p.s. Seriöserweise wissen wir NICHT, ob diese Sache bei anderen Pfeilwinkeln oder anderen als den von uns gewählten Stabilitätsmaßen funktioniert! Eine möglichst elliptische Auftriebsverteilung (Gütegrad) unterstellen wir ohnehin.